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Die Sage vom Fräulein von Bühl      
Seit vielen Generationen wird in Schwaben die Geschichte vom unglücklichen Fräulein von Bühl erzählt, das in einer einzigen Nacht das ererbte Schloss und Gut Bühl am Kartentisch verspielt haben soll..
Als Beleg wird ein uraltes Gemälde im nahegelegenen Schloss Kilchberg angeführt. Es zeigt eine vornehme Frau in einem prächtigen Gewand der Renaissancezeit, die einen Gegenstand in der Hand hält, der wie ein Kartenspiel aussieht. Im Volksmund wird seit längst vergangenen Zeiten erzählt, dass das Gemälde das unglückliche "Fräulein von Bühl" mit ihren Spielkarten darstellen soll. In der Besitzergeschichte des Bühler Schlosses ist jedoch kein Fräulein von Bühl zu finden oder sonst eine Erbin, zu der diese Beschreibung passen würde.
Wer war nun diese Adlige auf dem Bild im Kilchberger Schloss? Die Antwort auf diese Frage ist dem verstorbenen Bühler Heimatforscher Albert Schick zu verdanken. Er identifizierte die Dame anhand eines Wappens als Maria Magdalena Preyßing zu Kramwinkel, die Gattin des Schlossherrn Georg III. von Ehingen zu Kilchberg. Und in der Hand hält sie kein Kartenspiel, sondern einen Almosenbeutel für den Kirchgang.
Über die Entstehung dieser Sage kann man nur spekulieren. Vielleicht rührt sie daher, dass die Erbauer des Schlosses, die zum protestantischen Glauben übergetretene Familie von Stein, den ganzen Bühler Besitz in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verloren haben. Sie mussten ihn an die gegnerische Kriegspartei, dem katholische Haus Habsburg, zu einem Schleuderpreis verkaufen, von dem letztendlich lediglich die erste Rate bezahlt wurde.
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